Embedded Insurance: Die Chance ergreifen

Embedded Insurance wird auch im Jahr 2022 ein heißes Thema bleiben, angetrieben von Insurtechs. Zusammen mit SONR haben wir unter diesen Prämissen ein Webinar gehostet, in welchem sich die Diskussion auf die praktische Ausgestaltung und auf die Auswirkungen dieser Entwicklung konzentriert hat.

Dass es sich bei Embedded Insurance nicht um ein einfach greifbares Thema handelt, zeigt schon dieser Fakt: Obwohl es inzwischen schon gut zehn Jahre durch die Panels auf den großen Konferenzen der Versicherungsindustrie wabert, kommen noch im Jahr 2022 Paper raus, die sich an einer Definition versuchen.

Zuletzt eines von Bitkom unter dem Titel: „Embedded Insurance Einordnung, Use Cases, Ausblick“.Schon der Blick auf die Gliederung verrät, mit was für einem „weiten Feld“ wir es bei dem Thema zu tun haben:

Dort geht es von der „Definition von Embedded Insurance – Was ist es und was ist es eben nicht“ über die „Einordnung – alter Wein in neuen Schläuchen“ zu „Entwicklung und Mehrwert von Embedded Insurance“ bis zu den verschiedenen Blickwinkeln von Versicherungsnehmer, Vertriebspartner und Versicherer. Um am Ende die entscheidenden Fragen zu den „Anforderungen an Produkt, Vertrieb & IT in einem Embedded Insurance Szenario“ zu stellen.

Annäherung an eine Definition

Um uns für diesen Blog und das Webinar auf einen Ausgangspunkt zu beziehen, wollen wir mit der Definition aus dem Papier arbeiten.

Unter Embedded Insurance verstehen wir also als

  • nahtlose Integration von Versicherungsprodukten in Wertschöpfungsprozesse von Drittanbietern mit dem Zweck der optimierten, den regulatorischen Anforderungen (Demands- und Needs-konform) gerechten Customer Journey,
  • direkte Anbindung von Versicherungsprodukten an ein Kernprodukt oder eine Kern-Dienstleistung (Bundling),
  • Erweiterung des bekannten Annex-Vertriebs mittels Daten und Technologie, wiederum ermöglicht durch Open Insurance-Initiativen.

Den Link zu dem Papier werden wir am Ende des Blogs mit Ihnen teilen.

So weit so gut. Woher aber warum gibt es so viele Spieler in dem Rennen um die besten Embedded-Lösungen?

 

Der Wachstumsmarkt

Es gibt verschiedene Zahlen zu der potenziellen Marktgröße bei Embedded Insurance. Eine Annahme – und wir wählen diese, weil der Autor ein ausgewiesener Experte auf diesem Feld ist – finden wir bereits in dem Titel eines Blogposts von Simon Torres.

“Embedded Insurance: a $3 Trillion market opportunity, that could also help close the protection gap.”

Den Artikel können Sie hier lesen. Von diesen 3 Billionen Dollar liegen, so vermutet er, 700 Milliarden Dollar allein in der Schaden- und Unfallversicherung. Das Handelsblatt greift genau diese Summe hier auf. InsTech London berichtet hier von weltweit 722 Milliarden Dollar an Bruttoprämien bis 2030. Annahmen in ähnlicher Höhe finden sich auch in anderen Artikeln. In diesem Bereich ist also ordentlich „Musik“.

Warum aber der Zeitraum bis 2030?

 

Ein Homerun bei der Gen Y

Diese Musik klingt aber eher nach Weltschmerz und einem TikTok-Jingle als nach Gitarrenriffs und Pathos. Will heißen: Embedded Insurance ist von Natur aus ein Homerun bei den jüngeren Generationen, die durch Instagram, TikTok und Onlineshops nahtlose Kaufabschlüsse gewohnt sind.

Der Kniff: Mit dem Alter steigt auch bei ihnen das Einkommen und das Bedürfnis sich abzusichern.

Die Moral der Geschichte: Die Zeichen für Embedded Insurance stehen sowohl in der Dimension Zeitgeist als auch in der Dimension Marktreife auf Erfolg.

Wie geht man als Unternehmen ein so komplexes Thema aber an?

 

Das Webinar: Embedded Insurance - tackling the opportunity

Das haben wir uns auch gefragt und die Besetzung unseres Panels war dementsprechend eine Konzession an sowohl diese Frage als auch an die Komplexität des Themas.

Sabine Vanderlinden: "The InsurTech Queen" und Autorin des Insurtech Books.

Yuri Poletto. Gründer des Open and Embedded Insurance Observatory und Berater von Vorständen und Führungsteams in Sachen Versicherungsinnovation.

Eric Schuh: CFO und CIO bei ELEMENT.

Der Verlauf des Webinars hat sich in drei Phasen gegliedert:

  1. Eine allgemeine Beobachtung des Marktes: Was hat sich so geändert, dass Embedded Insurance gerade in den letzten beiden Jahren dermaßen an Fahrt aufgenommen hat?
  2. Was für praktische Herausforderungen stellt Embedded Insurance? Mit Blick auf die Systeme, die IT-Legacy aber auch an das „alignment of interests“. Also, wie lässt sich das Thema so angehen, dass es sowohl für den Vertreibenden als auch für den Endkunden einen Mehrwert/Profit bietet?
  3. Hänschen stolpert, damit Hans laufen kann. Was sind Fehler, die gemacht wurden?

In kurz: Was ist Embedded Insurance und wie schlägt man Nutzen draus? Finden Sie es in diesem Video heraus.

 

HubSpot Video

 

Embedded Insurance: Starterkit

Das mag in der Theorie alles schmackhaft klingen, aber was sind konkrete und schnell ergreifbare Maßnahmen, um mit Embedded Insurance durchzustarten? Aus der Diskussion im Panel haben wir drei Cluster extrahiert, die die Struktur für einen rudimentäre Leitfaden bilden.

 

1. Versicherungsinfrastruktur

Grundlage für den Vertrieb von Versicherungslösungen ist die Infrastruktur, die vom Frontend, also dem Ort des Abschlusses, bis hin zur Verwaltung einen sicheren Datenfluss garantiert. Diese digitale Präsenz sollte einen maximalen Nutzen für alle Stakeholder stiften: Für den Endverbraucher sollte sie sicher, intuitiv und hochfunktional sein. Für sie, als Vertreiber der Versicherungen, sollten eine hohe Betriebsamkeit, Zuverlässigkeit und ein störungsfreier Datenfluss im Fokus stehen.

 

2. Versicherungsprodukte

Kommen wir nicht Drumherum: Die Versicherungslösungen müssen neue Kriterien erfüllen. Das ist zum einen die digitale DNA – Unterlagen kann man inzwischen per E-Mail versenden, nicht nur per Brief. Preise können in Echtzeit angepasst werden. Ein weiterer Punkt sollte sein, das „alignment of interest“ frühzeitig zu klären. Fragen dazu können sein: Was braucht ihre Zielgruppe? Was brauchen sie? Niemand vertreibt oder kauft Versicherungen, weil sie Spaß an der Sache hat. Es gibt gute Gründe für beides und je klarer die sich in der Gestaltung des Angebotes niederschlagen, desto erfolgreicher wird das Unterfangen. Modulare und stark anpassbare Lösungen bieten hier das größte Potential.

 

3. Ein starker Partner

Versicherungen sind ein sensibles Produkt, denn sie werden besonders in Zeiten der Not gebraucht. Reagieren Sie in diesen Momenten nicht entsprechend oder es gibt Probleme in den Abläufen, färbt das auf ihren Ruf und Ihre Marke ab. Durch die wachsende InsurTech-Branche gibt es inzwischen einige Partner, die Embedded-Lösungen liefern können. Hier empfiehlt sich eine kritische Überprüfung entlang der vorgenannten Dimensionen.

Sie wollen mehr lesen? Hier finden Sie hier das vorgenannte Bitkom-Paper zu Embedded Insurance.

 

Why build when you can partner?

Nimmt man alles zusammen, ist Embedded Insurance ein Megatrend, der – bei der richtigen Ausgestaltung – einen immensen Mehrwert für Partner und Kunden generiert.

Wenn Sie einen Partner suchen, um einzusteigen: Sprechen Sie uns an.

ELEMENT agiert auf White-Label-Basis und entlang der beiden Dimensionen Infrastruktur und Produkte: White-Label-Module wie Abschlussstrecke und Kundenportal ermöglichen den Vertrieb von Versicherungslösungen. Beide sind durch modernste Technik einfach in Ihre Systeme integrierbar.

Wir bieten bereits eine große Bandbreite von Versicherungsprodukten im Bereich Schaden- und Unfallversicherung an: von traditionellen Produkten, wie Hausrat- und Haftpflichtpolicen bis hin zu innovativen Lösungen wie parametrische Cloud-Ausfallversicherung. All unsere Produkte sind als White-Label-Lösungen konzipiert und an Ihre Bedürfnisse anpassbar.

Über 30 Partner aus der Versicherungsindustrie, dem Telekommunikationssektor und dem Automobilbereich sowie weiteren Branchen vertrauen bereits auf unsere markterprobten Versicherungslösungen.

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