"Garantien sollen Versicherungen werden"

Das Bundesministerium für Finanzen positioniert sich -  

Hunderttausende Garantien könnten betroffen sein 

Garantien sind ein bekanntes Instrument für Unternehmen, um Mehrwert zu schaffen. Der Verkäufer kann eine Garantie anbieten, die über die gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinausgeht - auf Wunsch gegen eine gesonderte Gebühr. Die Art und Weise der Garantien kann je nach den abgedeckten Leistungen variieren: Sie können die Reparatur, die Erstattung des Zeitwerts oder des Kaufpreises oder den Ersatz eines Artikels im Falle eines durch die Garantie abgedeckten Ereignisses umfassen.   

Garantien erhöhen die Einnahmen und tragen dazu bei, die Kundenbeziehung zu verbessern, z. B. kommen die Kunden nach mehreren Jahren wieder, und es hilft, eine positive Erfahrung zu machen, wenn eine Ware kaputt geht. In letzter Zeit wurde der steuerliche Aspekt von Garantien heiß diskutiert und das wird auch weiterhin so bleiben, aber warum? Nach einer längeren Phase der Unsicherheit hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) bedeutende Schritte unternommen, um Klarheit in die Regelung zu bringen. 

Das ursprüngliche BMF-Schreiben vom 11. Mai 2021 war auf Garantiezusagen anzuwenden, die nach dem 30. Juni 2021 gemacht werden. Es besagt - in nicht-juristischen Worten -: Wer eine Autogarantie gegen Gebühr für dieses Auto mitverkauft, muss eine Versicherungsteuer zahlen. Das bedeutet (wirtschaftlich) in den meisten Fällen, dass man eine Versicherung und keine Garantie verkaufen muss.  

Drei Dinge sind hier bemerkenswert:  

  1. Das BMF-Schreiben setzt voraus, dass eine Vielzahl von Akteuren im Kfz-Bereich innerhalb weniger Tage ihr Geschäft umstellen müssen und können. 
  2. Es wurde sehr schnell klar, dass nicht nur Autogarantien betroffen sind, sondern Garantien quer durch alle Branchen und Industriezweige. 
  1. Das nach dem deutschen Versicherungsaufsichtsrecht (und verwandten Gesetzen) immer noch ein Unterschied zwischen einer Garantie und einer Versicherung besteht. 

Mit anderen Worten, das BMF-Schreiben sagt:   

Bitte stellen Sie Ihr Garantiegeschäft auf Versicherung um - und zwar branchenübergreifend für Milliarden von Garantieumsätzen. Wohl wissend, dass für viele Branchen die Margen im Kerngeschäft sinken, haben Annexgüter wie Garantien doch erheblich an Bedeutung gewonnen. Änderungen müssen ernst genommen werden, da sie zu erheblichen Herausforderungen führen können.  

Was bedeutet das für Unternehmer?  

Als ein in Deutschland tätiger Unternehmer sollten Sie sich unbedingt mit den rechtlichen und steuerlichen Auswirkungen der diskutierten BMF-Schreiben vertraut machen, um die Einhaltung der Verordnung und einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.   

Ein großes Risiko besteht darin, bei Nichteinhaltung der Vorschriften doppelt besteuert zu werden. Das bedeutet: Wenn Sie weiterhin Garantien verkaufen, zahlen Sie Umsatzsteuer. Die Finanzbehörden könnten dann später die Versicherungsteuer nachfordern. Sie zahlen also zwei Mal 19% Steuern! 

Abgesehen von dem "überschaubaren" Risiko, aufgrund der Doppelbesteuerung in Konkurs zu gehen, birgt die neue Regelung einige Herausforderungen:  

Garantien sind oft sehr unternehmens- bzw. branchenspezifisch. Da man eine Versicherungslizenz benötigt, um eine Versicherung zu verkaufen, benötigt man hier einen Versicherungspartner. Dies bedeutet, dass man jetzt einen flexiblen Versicherer braucht, der eine schnelle Übersetzung der alten hochspezifischen Garantie in ein sehr spezifisches Versicherungsprodukt anbietet.  

Der Verkauf von Versicherungen anstelle von Garantien macht ein Unternehmen zum Verkäufer eines regulierten Guts. Hier gelten strenge Regeln, und für die meisten Unternehmen erfordert es eine Anleitung, die die einzelnen Schritte vorschriftsmäßig auflistet.  

Änderung des Risiko-Ertrag-Profils: Wenn ein Versicherer dabei ist, muss die Gewinnspanne mit einem neuen Akteur geteilt werden. Auf der anderen Seite trägt der Versicherer nun das Risiko, wenn "die Garantie" schief geht.   

"Fire and Forget" + "Cash in die Täsch" könnte sich ändern.   

Bei Garantien wird standardgemäß eine einmalige Provision gezahlt. Versicherungen können so gestaltet werden, aber es könnte viel sinnvoller sein, die Deckung (wie bei Versicherungen möglich) so zu gestalten, dass sie sich erneuert, um wiederkehrende Gewinne zu erzielen. Die Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen, da ihre Verkäufer an einen einmaligen Gewinn gewöhnt sind. Die Lösung dieses Problems kann eine Liquiditätslücke schaffen - auch hier kann die Assekuranz helfen.   

Warum ändert es sich?  

Meiner persönlichen Meinung nach gibt drei gängige Thesen:  

  • Ein Sachbearbeiter im BMF hat ein altes Gerichtsurteil ungünstig interpretiert  
  • Steuererhöhungen: Bei Garantien und Mehrwertsteuer wird nur die Händlerprovision effektiv besteuert. Alle anderen Teile der Garantie sind Teil des Vorsteuerabzugs und damit gleich null. Bei der Versicherungssteuer wird alles besteuert. Die Steuereinnahmen könnten so verdoppelt werden.  
  • Mehr Regulierung: Viele Unternehmen haben sich mit Garantien in 8-stelligen Portfolios beschäftigt. Niemand hat geprüft, ob das Garantiemanagement angemessen ist - zumindest sind die angewandten Kontrollen weit weniger streng als bei Versicherern und Solvency II1 

Was ist jetzt zu tun?  

Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihr Unternehmen Schwierigkeiten hat, den rasanten Veränderungen in der Versicherungsbranche gerecht zu werden, lassen Sie uns gemeinsam untersuchen, wie ELEMENT Sie bei der Anpassung an die neuen Branchentrends unterstützen kann.

 

Ein Beispiel dafür, wie wir helfen können, finden Sie im Video über unsere Zusammenarbeit mit Intec:

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